verMESSEN

verMESSEN – ‚Aspects of Urban & Regional Planning based on Historical Data Layers‘
Marion Starzacher | Elisabeth Seuschek

Die Planungsgeschichte einer Stadt, d.h. die verbale und visuelle Beschreibung der Entstehungsgeschichte der Gestalt einer Stadt mittels historischer Daten und Plänen, soll als relevanter Ausgangspunkt und Methodik zur Erarbeitung von künftigen städtebaulichen Entwicklungen als wichtiges Instrumentarium im Planungsprozess im täglichen Leben und in der Lehre in den Bildungsinstitutionen etabliert werden. Der Zugang über die Geschichte zur Evaluierung des „Ist-Zustandes“ einer Stadt ist wesentlich, um die Stadt und ihre Entstehung nachvollziehen und verstehen, wie auch Problemstellungen und besondere Begebenheiten
wie soziale Ballungen, hohe Dichten, Barrieren, herauszufiltern und beschreiben zu können.
Es können durch die Auswertung historischer Daten und durch die graphische Ausarbeitung der Entwicklungen in weiterer Folge Rückschlüsse über das Wachstum beziehungsweise die Schrumpfung von Städten und Regionen gezogen werden.

Der Zugang zur Planungsgeschichte von Städten und Regionen über definierte Fragestellungen zur Entstehung von sogenannten Problempunkten – Beispiele hierfür wären die aktuelle Hochwassersituation in Europa und der daraus entstehenden Krisenpunkte, wie Hangrutschung, Vermurung und steigender Grundwasserspiegel – zeigt Wege und Lösungen auf, wie in der Planung künftig darauf reagiert werden könnte. Wir können den historischen Plänen die Lage der historischen, ursprünglichen Überschwemmungsgebiete entnehmen und mit diesem Wissen die aktuelle Situation evaluieren und darauf reagieren.

Unser Forschungsprojekt stellt eine Ergänzung zur Kartographieforschung durch die Vorstellung noch nicht erforschten Planmaterials der Stadt Graz, genauer gesagt der Franziszeischen Kataster aus den Jahren 1820 und 1829, aus der Sicht der ArchitektInnen, die sich in diesem Kontext erstmalig damit befassen, dar. Der Franziszeische Kataster aus dem 19. Jh bildet nach wie vor die Grundlage unseres aktuellen Katasterwesens. Auf die darin enthaltenen Informationen – Grundbuchs- und Katasterplanauszug – sind wir PlanerInnen bei der Konzeptionierung neuer Bauvorhaben angewiesen. Die Informationen, die aus den historischen Katasterplänen generiert werden können, reichen von der Altlastenstandortbestimmung, Positionen ehemaliger Gewerbe- und Industriegebiete bis hin zur Ausweisung von Überschwemmungsgebieten.

Der Fokus des Projektes liegt in der Analyse der historischen Daten, ihrer Lesbarkeit und der Transkription der Informationen in die zeitgenössische Form. Weiters werden wir eine Methodik des Arbeitens mit historischen Daten und eine Didaktik für die Lehre der Planungsgeschichte für Lehrende, Studierende und Beteiligte verschiedenster Fachgebiete wie Architektur, Geodäsie, Geographie, Geschichte zu entwickeln.
Elemente der Forschungsarbeit werden mit der Intention, dass die Studierenden den Umgang mit historischen Plänen üben und in die Welt der Archivwissenschaften eingeführt werden, als wichtiger Teil der theoretischen Ausbildung am Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften in die Lehre implementiert.

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