Zäsuren und Kontinuitäten

800px-burg_rozafa_08| Foto: Sigismund von Dobschütz

Zäsuren und Kontinuitäten: Perspektiven auf Moderne und Postmoderne im Zentral- und Südosteuropa
| Eine Konferenz vom 23.-24.04.2014 in Shkodra | Albanien

Erfahrung und Wahrnehmung von Zäsuren und Kontinuitäten sind ein konstituierendes Element des Zeit- und Geschichtsbewusstseins in Moderne und Postmoderne. Schon die Vorstellung von „Moderne“ als Epoche oder gesellschaftliche Selbstbeschreibung impliziert oftmals einen Bruch oder zumindest die klare diskursive Abgrenzung von einer „Vormoderne“, auf politisch-kultureller Ebene beispielsweise markiert durch die Französische Revolution. Zäsuren sind dabei, Martin Sabrow folgend, als sektoral aufzufassen – Politik, Ökonomie, Kunst, Geschlechterverhältnisse, Kommunikation, Medien, Weltbildern etc., aber auch individuelle Biographien folgen unterschiedlichen Logiken und Rhythmen von Bruch und Kontinuität. Sie sind zudem perspektivisch, abhängig von Standorten und biographischen oder kollektiven Erfahrungen. Wesentlich ist auch die Unterscheidung zwischen nachträglichen Deutungs- und zeitgenössischen Erfahrungs- oder Ordnungszäsuren. Gemeint ist die Frage, ob ein Ereignis in der ex-post-Sicht als Bruch bzw. Wendepunkt gedeutet oder zeitgenössisch als fundamentale Veränderung bestehender Ordnungen und Erwartungshorizonte erfahren wird.
Gleichzeitig verweist diese Charakterisierung von Zäsuren immer auch auf Kontinuitäten: Soziokulturell geprägte Wahrnehmung oder wissenschaftliche Forschungsfrage bestimmen, ob Bruch oder „longue durée“ in der Deutung von Wandlungsprozessen im Vordergrund stehen. Diskurse um Revolution/Evolution und Tradition/Wandel sind Ausdruck dieser Verschränkung von Zäsur und Kontinuität.

Eine Veranstaltung der Forschungsgesellschaft Moderne/Postmoderne an der Karl-Franzens-Universität Graz (FoMoP) in Kooperation mit der Fakultät für Fremdsprachen/Shkoder und der Österreich-Bibliothek in Shkoder, Albanien

Das detaillierte Konferenzprogramm finden Sie hier

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